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Sakrosanktes Delirium

Mut. Bedeutet. Lassen. 

Sein lassen. Ungefiltert. Sein eigenes Wesen zu erleben, erforschen, mit gerade soviel Vorsicht wie es eben noch nötig ist, um nicht auf den Hund zu kommen. Dazu gehört auch sich hinzugeben, aushalten das nächtliche Geschrei des kleinen, in Obhut befindlichen Wesens. Nachdem man gerade erst, ausnahmsweise mal (weil man törichterweise den eigenen Geburtstag bis in die Puppen feiern wollte) um 4 Uhr morgens ins Bett geschlichen kommt. 

Zulassen der ach so verschrienen Befindlichkeiten des eigenen zarten Wesens. Und immer wieder atmen. Mit jedem Ein und Aus sich nähern dem Ungewissen. Dem Jetzt. Die eigenen Gefühle als wahr, als richtig zulassen. Den Gedanken an Vergangenheit und Zukunft gerade so viel Raum geben wie nötig. Morgen muss ich unbedingt Scheisspapier kaufen. 

Und jetzt? Bersten von Ketten, eng umschlungen um den Brustkorb des Wesentlichens? Naja, kleine Risse sind auch schon nicht schlecht, oder? 

In diesem Sinne, atmet, auf dass ihr euch lasst. 

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