Hier kommt die Sonne
- Artemis_Sia

- Jun 2, 2013
- 2 min read
Oder warum der Tod nur ein Formwandler ist.
Als kleines Kind fand ich es immer schon sehr komisch, wenn die Menschen um mich herum so emotional völlig hin und weg waren, wenn etwas Katastrophales geschehen war. Heute verstehe ich das besser. Wir scheinen mit dem Älterwerden einen Deal einzugehen: ich mache so, wie es die anderen von mir erwarten, bitte Leben überrasche mich dann nicht mehr negativ. Und dieser Deal funktioniert dann sogar ein klein wenig… eine Zeit lang. Doch nicht auf ewig, weil das Leben nun mal so ist. Hier kommt dann der Tod oder sonst ein “einschneidendes” Erlebnis. Und deshalb der große Trara: wir fühlen uns verraten, merken kurz, dass andere Sachen wichtig waren. Dass unser Leben auch vorbei sein kann, und wir aber ständig damit beschäftigt waren, auf etwas besseres zu hoffen.
Um es gleich vorweg zu nehmen: ich habe mich auch auf diesen Deal eingelassen. Wie jedes Kind sehnte ich mich dazu zu gehören, nach Anerkennung… Aber auf dem kurzen Weg den ich bereits gegangen bin, wurde mir der Verrat an meiner Gefühlswelt zu viel. Nun haben wir anscheinend so etwas wie einen Wächter, der ob des Verrates Zeter und Mordio schreit: unseren Körper. Meiner macht mich dann jedenfalls immer öfter einfach krank, wenn ich wieder einmal einfach so mitmache mit den Anderen. Und das Kranksein hat auch Vorteile: man hat einen kurzen “Ausstieg”. Allerdings frage ich mich manchmal, wie krank ich denn werden muss, bis ich es aussortiert habe? Wohin geht die Reise mit mir selbst? Ich bin ja schon so weit, zu merken, dass ich da längst verschüttete Gefühle der Zurückweisung und nicht – gehört – werden-wollens annehmen muss. Aber wie denn? Dazu müssen die ja auch erstmal immer wieder auftauchen. Und das ist gerade super anstrengend…
Ach ja, der Tod, mit dem hat das hier ja alles angefangen. So wie die Geburt: ist ja auch ein Todeserlebnis. Das Kind in Mutterns Bauch, weiss ja auch nicht, was dieser Übergang aus dem heimeligen dunklen Loch ins grelle bedeutet. Könnten Babys miteinander im Mutterleib kommunizieren, so wäre da voll die Panik: “hast du schon gehört, den Michi hat’s erwischt. Sie haben ihn rausgezerrt.” “Ja, aus dem Licht ist noch niemand zurückgekehrt, und dann diese Schreie furchtbar…”
Ausserdem ich habe im Internet gelesen (neuzeitliche Analogie für eine Studie aus den U.S.A hat ergeben…), dass wir ständig die Atome von Menschen die bereits gelebt haben im Trinkwasser zu uns nehmen. Also die von Gandhi, Jesus, Hitler und Oma… Wobei die noch nicht so lange tot ist… Also leben wir, zumindest auf atomarer Ebene ewig.
Bis dahin, auf dass unsere Schmerzen uns lehren unartig zu sein…
Comments